Vibrator-Der kleine Freund

Da wir aber bei MännerTagebuch sind und uns nicht mit wenn oder vielleicht beschäftigen, geht es hier um reale Ängste und Gedanken, die in Männerköpfen umher düsen. Ich hatte vorher echte Bedenken, dass mir so ein Stück Kunststoff meinen Thron wegnehmen könnte. Dass das Stück Kunststoff enorme Maße hat und mich in den Schatten seines Stammes stehen lässt. Das es aber gar nicht so wild ist, wenn man offen an die Sache rangeht und das dazu auch noch in Verbindung mit seiner Freundin mit Humor nehmen kann, hat alle Ängste und Bedenken, die ich vorher hatte, zunichte gemacht.

Aber lest selbst!

Der kleine Freund

Ist es nicht erstaunlich, wie sich manche Dinge einfach so ergeben, wenn man offen für neues ist und man alte Vorurteile ablegt?

Vibratoren. Es gibt sie in weiß,  grün, rot, lila, rosa, lindgrün, apfelgelb und dunkelbund. Hab ich noch eine Farbe vergessen? Wie auch immer…Vibratoren machen laute bis keine Geräusche, sind lang und dünn oder kurz und gebogen. Man kann sie auflegen, einführen, sich draufsetzen oder sie sich in den Nacken legen, um gekitzelt zu werden.

Hört sich gar nicht so gefährlich an, diese fiesen Vibratoren oder?

Das sind sie auch nicht um es kurz zu machen. Aber in gewisser Weise, können diese kleinen Kraftpakete schon gefährdend werden. Und zwar für den Johannes des Mannes. Denn dieser stellt sich im direkten Vergleich mit einem kleinen Monster. Ich weiß, dass der Johannes des Mannes meist nicht vibriert und auch nicht zum auflegen gedacht ist. Aber was ist, wenn der Partner nach den ersten Testläufen lieber vibrierenden Kunststoff anstelle von Fleisch und Blut spüren will? Schon wieder so eine Kopfsache. Was ist, wenn sie dadurch verlernt, durch meine Art der Stimulation zum Orgasmus zu kommen? Werde ich dann überhaupt noch benötigt? Zum halten des Vibrators vielleicht oder? Solche Dinge gingen mir zuerst durch den Kopf. Da mein Name Dr. Tinder ist und ich diesen Titel nicht umsonst trage, hab ich diese „Ängste“ sofort wieder verbannt und habe es einfach getan.

Die Frage

Da auch ich in meinem Leben schon feste Beziehungen hatte, weiß ich wie das ist, wenn man das erste Mal mit dem Gedanken spielt, seine Partnerin auf die Thematik „Sextoy“ anzusprechen. Zum Glück macht es uns das jetzige Zeitalter ziemlich leicht diese Thematik anzusprechen, denn die meisten Frauen haben selbst ihre kleinen Allzweckhilfen in ihrem „Waffenschrank“. In einer Beziehung ergibt sich dieses “Absprechen” meist in einer alltäglichen Situation.

Shopping

Man schlendert so zu zweit durch die Stadt schaut nebenbei in die Schaufenster. Vorbei an Handtaschen, Schuhen, Küchengeräten, schwarzen Lederkombis und einem Smoothie-Store. Halt stop…Schwarze Lederkombis? Das ist kein Biker-Zubehör-Store! Kurze fragende blicke werden ausgetauscht, bis einer von beiden die Barriere überwindet und die Frage stellt, ob wir nicht mal in den Store schauen wollen. Beide sind natürlich super Weltoffen und spontan, sodass sie in den etwas anderen Zubehör-Store gehen.

Was werden sie in dem Store finden?

Beide haben vorher nicht an Butt-Plugs, Meter lange Dildos, Kunstmuschis oder Fesseln gedacht. Die Röte steigt beiden ins Gesicht. Irgendwann werden die Wangen wieder hautfarben und beide gehen offensiv auf die Suche nach Dingen, die sie interessieren könnten. Natürlich alles ganz geschickt in der Sherlock Holmes Haltung. Gut getarnt, da man auch in einer 3,6 Millionen Einwohner Stadt wie Berlin hinter jedem neuen Dildo einen Arbeitskollegen vermutet, der die Klatschpresse in der Teeküche ankurbeln könnte. Nach ein paar Mal hin und her schauen, lassen sich beide an einem Tisch nieder, an dem Dildos und Vibratoren wie in einem Handy-Store aufgestellt wurden. Sie werden in die Hand genommen, die Vibrationsstufen getestet und laut gekichert. Die Röte kommt wieder zurück in die Gesichter, weil sich manche Dildos bewegen, als wenn sie Schlangen wären oder Krakenarme hätten. Hightech für die Frau. Kein Wunder, dass manche Männer Angst davor haben, dass so ein Krakenarm ihm den Rang ablaufen könnte.

Die Übergangsphase

Nach dem Besuch, wird dann kurz über die Thematik gesprochen, ob man sich einen kleinen Helfer zulegen sollte. Die Sache wurde einstimmig mit “NEIN” abgetan und in eine gedankliche Schublade geschoben, da viele dieser kleinen Freunde an die 50 € und noch mehr kosten können. Aber was ist, wenn nach einer gewissen Zeit der Drang nach einem neuen Kick immer größer wird?

Die Bestellung

Weihnachten rückte näher und ich suchte nach einem Geschenk. Ich hab die gedankliche Schublade wieder aufgemacht und die Idee des kleinen Freundes wieder rausgeholt. Amazon ist nicht nur für DVD oder Socken gut. Ich habe mir etliche Rezensionen durchgelesen. Einen Daumen hoch für Amazon-Rezensionen! Die sind manchmal unterhaltsamer, als der Sonntagabend Tatort. Frauen beschreiben ihre Empfindungen und Erfahrungen. “Der kleine hat so viel Power, dass ich gleich 3 Mal nacheinander gekommen bin” oder “Der rüttelt dir ordentlich die Dose durch”. Das nenne ich doch mal eine Rezension mit glaubhaften Charakter. Ich wollte schon etwas hochwertiges kaufen, aber nicht über 50 € ausgeben. Und der Vibrator, der für mich absolut den besten Eindruck nach dem ganzen Rezensionen lesen gemacht hat, war ein kleiner violetter Freund, den ich dann sofort bestellt habe, und es um ehrlich zu sein, nicht abwarten konnte, ihn mit meiner Freundin gemeinsam auszuprobieren.

Die Auswahlkriterien

Für mich war es wie gesagt klar, das er unter 50 € kosten soll. Es gab da aber noch ein paar andere Dinge für mich, die wichtig waren, um mich darauf einlassen zu können. Die Größe wird ja oft überbewertet, aber ich möchte nicht in einem Größenvergleich mit einem Fake-Pimmel kommen. Die Vorstellung daran, dass meine Freundin einen riesigen Fake-Pimmel in sich hat und dabei so richtig abgeht, ging für mich gar nicht. Also kam für mich persönlich nur eine Variante in Frage. Eine Variante zum auflegen und nicht zum einführen. Eine Variante, die “süß” aussieht und mir auf den ersten Blick keine Konkurrenz macht. Hab ich zumindest gedacht.

Der Start

Als meine Freundin das Geschenk unter dem Weihnachtsbaum hervorgeholt hat, war ich aufgeregt wie ein kleines Kind. Bescherung sage ich nur, aber nicht im Wohnzimmer. Als wir dann im Bett lagen und ich den Motor von dem kleinen violetten Freund gestartet habe, mussten wir beide lachen. Ich habe die verschiedensten Stufen und Stärken ausgetestet. Den Notausschalter hab ich natürlich auch getestet. Arbeitsschutz geht vor!

Unsere Erfahrung

Um ehrlich zu sein, war die erste Nacht ein ziemlicher Reinfall. Meine Freundin bzw. ihre Vagina wollten sich nicht auf den kleinen Schüttelhannes einlassen. Sie meinte zu mir, dass es ein komisches Gefühl sei und sie lieber meine Finger will. Ich habe die nächsten Male nicht locker gelassen und was soll ich sagen, nach einem harten Tag und nicht hundertprozentiger Power für den  Hengst des Tages, bin ich echt dankbar, dass ich meiner Freundin mit wenig Aufwand trotzdem 2 oder 3 Orgasmen nacheinander bescheren kann.

Das Fazit

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass es eine Zeit braucht, bis der Kopf, der Körper und viele andere Dinge, die Blockaden auslösen können, beseitigt werden können, um sich voll auf die Handhabung und das Gefühl zu konzentrieren. Es gab auch Zeiten, in denen meine Freundin nach dem kleinen Freund verlangt hat und wiederum auch Zeiten, in denen sie ihn wochenlang überhaupt nicht wollte. In unseren Augen hat sich die Anschaffung komplett gelohnt. Denn was macht eine Beziehung gut und aufregend? Erfahrungen!

Vielen Dank fürs Lesen! Falls euch der Artikel so gut gefallen hat, dass ihr es am liebsten in die ganze Welt rausschreien wollt, dann teilt den Artikel doch einfach und erzählt bei der Arbeit, was ihr bei Dr. Tinder gelernt habt.

 

Bester Gruß

Dr. Tinder

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