Diese Diät verspricht wahnsinnige Erfolge. Hält man sich an die Regeln, kann man in nur 30 Tagen bis zu „20 Pounds (etwas mehr als 9 KG) Fett verlieren – und das ohne Sport“. Das sind zwei Kleidergrößen, von XXL auf L in 30 Tagen – hier geht es zum Selbstversuch.

Als ehemaliger Fitnesstrainer und Ernährungsberater, der mittlerweile nicht mehr als dieser wahrgenommen werden würde, finde ich diese Form der Ernährungsumstellung sehr interessant, da sie sehr einfach ist und in vielerlei Hinsicht einfach Sinn macht. Aus meiner Erfahrung heraus gibt es viele Gründe, warum wir Diäten nicht durchhalten. Der Hauptgrund ist, dass wir nach ein paar Tagen oder Wochen nicht mehr wissen, was wir essen sollen. Es geht beim Frühstück los. Cornflakes in die Schale oder einfach nichts essen, macht unser Leben doch so viel einfacher, ODER?!

Nein, denn das ist der erste Schritt ins Verderben.

Im durchschnittlichen Supermarkt gibt es etwa 47.000 Produkte, aber nur eine Handvoll davon machen uns nicht dick! Die Fragen sind nun: Welche sind gesund und wie bereiten wir sie zu?

Viele von euch kennen bestimmt die Low Carb Diät, bei der wir versuchen, die Kohlenhydratzufuhr zu minimieren und die Proteinaufnahme zu maximieren. In der Definition der Low Carb Diät liegt schon der erste große Fehler, denn wir arbeiten hier mit Begriffen wie maximieren und minimieren. Es fehlt einfach an den ganz klaren Strukturen und Regeln. Bei der Slow Carb Diät ist das anders, denn diese besteht aus ganz klaren und sehr einfach einzuhaltenden Regeln. Zudem widerlegt der „Erfinder“ dieser Diät, Tim Ferriss, in seinem Buch „Der 4 Stunden Körper“ auf eine sehr unterhaltsame und wissenschaftlich fundierte Art und Weise, viele feste Denkstrukturen und Ernährungsmythen.

PS: Viele von euch, die die Low Carb Diät probiert haben, kennen eventuell auch das ständige Gefühl der Schwäche gepaart mit Kopfschmerzen. Dieses solltet ihr bei dieser Form der Ernährungsumstellung auch in den ersten Wochen nicht verspüren.

Ich werde jetzt erst einmal die Basics dieser Diät auflisten und bin mir sicher, dass viele von euch dann nicht weiterlesen. ABER glaubt mir, es lohnt sich dran zu bleiben, denn ich werde den Selbstversuch wagen.

Grundsätzlich gilt für die Slow Carb Diät:

  • man kann soviel essen, wie man will
  • es gibt einen „Fresstag“ in der Woche, an dem man essen kann, was man möchte
  • 6 Tage in der Woche sollte man sich an die Slow Carb Gesetze halten

 

Die Gesetze der Slow Carb Diät

Der Autor spricht in seinem Buch natürlich von Regeln, aber in diesem Fall finde ich das Wort „Gesetze“ sehr viel treffender.

 

Slow Carb Gesetz 1: Meidet „weiße Kohlenhydrate“!

Hiermit sind zucker- und stärkehaltige Lebensmittel gemeint, wie zum Beispiel:
Brot, Nudeln, Reis, paniertes Fleisch, panierter Fisch, Pizza, Kartoffeln, Süßigkeiten.

 

Slow Carb Gesetz 2: Esst immer wieder die gleichen Gerichte!

Wählt eine Handvoll Gerichte aus und esst diese immer wieder. Das vereinfacht die Diät ungemein und führt zu einer erhöhten Erfolgs- und Durhaltechance. Zudem sollte jedes Gericht mindestens ein Nahrungsmittel aus jeder dieser 3 Kategorien enthalten:

Protein/ Eiweiß:

  • Eier
  • Hühnerbrust bzw. –keule
  • Rindfleisch
  • Schweinefleisch

Hülsenfrüchte:

  • Linsen
  • Schwarze Bohnen
  • Kidneybohnen
  • Sojabohnen
  • Wachtelbohnen

Gemüse:

  • Spinat
  • Gemüsemischungen
  • Sauerkraut
  • Erbsen
  • Brokkoli
  • Kimchee

 

Slow Carb Gesetz 3: Trinkt keine Kalorien!

An 6 Tagen in der Woche sind nur Wasser (ohne Geschmack), ungesüßter Tee und schwarzer Kaffee erlaubt. Diätlimonaden wie beispielsweise Cola Zero sind auf maximal 0,5 Liter am Tag zu begrenzen. Zudem solltet ihr mindestens 2 – 3 Liter am Tag trinken.

 

Slow Carb Gesetz 4: Esst kein Obst!

In den 6 Tagen der Diät verzichtet bitte auf Obst, da der darin enthaltene Fruchtzucker nicht förderlich für die Diät ist. Ausnahmen sind lediglich Tomaten und Avocado. Mehr dazu weiter unten.

 

Slow Carb Gesetz 5: Am siebten Tag (Fresstag) ist ALLES erlaubt!

Am Fresstag dürft ihr alles essen! Ob Pizza, Nudeln, Kuchen oder Nutella und natürlich dürft ihr auch Alkohol trinken!

 

Da viele dieser oben genannten Gesetze etwas Erklärungsbedarf benötigen, findet ihr in diesem Bereich eine ausführliche Erklärung.

Nähere Informationen zu den Gesetzen

 

Slow Carb Gesetz 1: Meidet „weiße Kohlenhydrate“!

Ferriss geht in seinem Buch sogar so weit und sagt, „meidet alle Produkte, die weiß sind oder weiß sein können“. Deutlich wird diese Aussage durch das Beispiel, dass nicht nur Reis sondern auch Naturreis verboten ist. Mit „weiß“ werden hier eigentlich alle zucker- und stärkehaltigen Lebensmittel bezeichnet. So sind alle Lebensmittel verboten, die wir sowieso als ungesund bezeichnen und zudem Produkte, die aus Zucker und/ oder Mehl hergestellt werden. Der Grund hierfür ist, dass diese Lebensmittel im Körper sehr schnell zu Zucker umgewandelt werden und die überschüssige Energie direkt auf der Hüfte landet.
Verboten sind: Brot, Nudeln, Reis, paniertes Fleisch, panierter Fisch, Pizza, Kartoffeln, Süßigkeiten 

 

Slow Carb Gesetz 2: Esst immer wieder die selben Gerichte

Viele haben Ferriss für die Aussage kritisiert – meiner Meinung nach aber völlig zu unrecht. Ferriss hat sich auch hier Gedanken gemacht und einmal mehr gezeigt, dass er diese Diät so einfach wie nur überhaupt möglich halten möchte, damit möglichst viele Menschen mit der Slow Carb Diät ihre Ziele erreichen.

Aus meiner Erfahrung heraus als Fitnesstrainer behaupte ich, dass der Hauptgrund für das Scheitern einer Ernährungsumstellung (Diät) darin liegt, dass wir eine Diät als Arbeit empfinden. Denn eine Diät ist eine Umstellung unseres täglichen Lebens. Wir müssen unsere Gewohnheiten aufgeben und das jeden Tag aufs Neue. Jeden Tag müssen wir neu überlegen, was wir während unserer Diät essen dürfen und wie wir das in unserem stressigen Alltag unterbringen. Wie oft saßt ihr schon auf der Couch und dachtet euch „Wenn ich mein essen für morgen jetzt nicht vorbereite, dann ist die Diät morgen vorbei“?

Bei der Slow Carb Diät macht ihr euch einmal in der Woche Gedanken und plant die ganze Woche im Voraus. An den 6 Diättagen werdet ihr einfach eine Handvoll Gerichte immer wieder essen. Da die meisten von uns sowieso zum Frühstück und Abendbrot immer wieder das Selbe essen, weil wir Gewohnheitstiere sind, klingt diese Aussage nur auf den ersten Blick extrem.

 

Slow Carb Gesetz 3: Trinkt keine Kalorien!

Trinkt an 6 Tagen in der Woche viel Wasser und nach Belieben ungesüßten Tee, Kaffee und andere kalorienfreie Getränke. Zudem solltet ihr keine Milch, auch keine Sojamilch, Softdrinks oder Fruchtsäfte trinken. Weiterhin versucht bitte, die Zunahme von Diätlimonaden auf einen halben Liter am Tag zu beschränken, da das darin enthaltene Aspartam (Süßstoff) die Gewichtszunahme anregen kann.
Weiterhin sollen 1-2 Gläser trockener Rotwein am Abend nicht schaden.

 

Slow Carb Gesetz 4: Esst keine Obst

Viele Leser werden an diesem Punkt nicht mehr weiterlesen und maximal noch einen bösens Kommentar hinterlassen und mit Begriffen wie „ausgewogene Ernährung“ um sich schmeißen. Aber mal ehrlich, esst ihr jeden Tag Obst? Tim Ferriss beschreibt es in seinem Buch „Der 4-Stunden Körper“ wie folgt: Zum einen gibt es keine wirkliche Definition des Begriffes „ausgewogene Ernährung“ und zum anderen haben Menschen vor 500 Jahren in Europa den ganzen Winter kein Ost gegessen und haben sich dennoch prächtig entwickelt. Nutzt den Fresstag, um etwas Obst zu essen und vergesst nicht, dass ihr in den nächsten Wochen mehr Gemüse zu euch nehmen werdet, als es wahrscheinlich jemals zuvor der Fall war.

 

Slow Carb Gesetz 5: Am siebten Tag (Fresstag) ist ALLES erlaubt!

Ich denk,e diese Aussage erklärt sich selbst. Viel Spaß Guten Hunger!

 

3 Ergänzende Regeln:

Esst und trinkt keine Milchprodukte
Alle Milchprodukte wie Käse, Milch, Joghurt und Quark sind an den sechs Tagen verboten, denn diese enthalten Milchzucker.

Frühstücke 30 – 60 Minuten nach dem Aufstehen
30 g Eiweiß innerhalb von 30 bis maximal 60 Minuten nach dem Aufstehen soll das Essverhalten und die Fettverbrennung den Rest des Tages positiv beeinflussen.

Messen und Wiegen ist Pflicht
Am Morgen des Fresstages solltet ihr euch wiegen und den Körperumfang messen, um den Erfolg messbar zu machen. Zur Motivation könnt ihr zudem ein Ganzkörperfoto in Unterwäsche machen und dieses an einem gut sichtbaren Ort aufhängen.

 

So sieht der Plan von Tim Ferriss aus:

10 Uhr – Frühstück (Rührei, schwarze Bohnen, Mischgemüse)
13 Uhr – Mittag (Rindfleisch, Borlotti-Bohnen, Mischgemüse, Guacamole)
17 Uhr – Mittag 2.0 (Reste vom Mittag)
22 Uhr – Abendbrot (Rindfleisch, Linsen, Mischgemüse)
24 Uhr – 1- 2 Gläser Rotwein
WICHTIG: Ihr solltet alle 4-5 Stunden essen. Die zeitlichen Einteilungen hängen von eurem eigenen Tagesrhythmus ab.

Sport:

Tim Ferriss sagt, es sei möglich knapp 9 kg Fett in nur 30 Tagen abzunehmen und das ohne Sport. Dennoch kann etwas Sport nicht schaden und daher empfiehlt der Autor zweimal wöchentlich Kettelbellswings und 2 Bauchübungen (The Myotatic Crunch + The Cat Vomit Exercise).

Hier erklärt Tim Ferriss die Kettelbellswings: (Hier werde ich ein Video einbinden)

 

Nahrungsergänzungsmittel:

Da man während der Diät überschüssiges Wasser und damit auch Elektrolyte verliert, empfiehlt der Autor die Aufnahme von:
– 400 mg Magnesium
– 1.000 mg Kalzium
– 4.700 mg Kalium
täglich. Diese Angaben beziehen auf einen durchschnittlichen, gesunden, 25 jährigen Mann.

 

So startet ihr durch:

  1. Lest diesen Artikel mehrfach oder bestellt euch das Buch „Der 4-Stunden Körper“ bzw. das entsprechende Hörbuch.
  2. Zur Motivation solltet ihr ein Foto von euch in Unterwäsche machen und euren Körperumfang an 4 verschiedenen Stellen messen (Oberschenkel, Hüfte, Taille, Oberarm)
  3. Erstellt einen Ernährungsplan für euch. Versucht dabei, innerhalb von 30-60 Minuten nach dem aufwachen zu frühstücken und alle 4-5 Stunden zu essen.
  4. Startet gleich mit dem Sport. Dazu empfehle ich euch die Kettelbellswings. Mit diesem Sportgerät habe ich sehr gute Erfahrung gemacht. LINK
  5. Verbannt alle Lebensmittel, die nicht in das Konzept passen. Das macht die Sache leichter.

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