Der kinderleichte Sparplan fürs Kind

Ein Kind, vor allem das erste, bedeutet für alle viel Freude, aber auch ständiges sich sorgen. Das schöne ist, dass alle helfen und auch unterstützen wollen: ob Eltern, Großeltern, Onkeln, Tanten, Geschwister oder auch Freunde. Spätestens nachdem man mit den ganzen teuren Anschaffungen durch ist, kommt schon das erste mal die Frage auf: „Wie teuer ist so ein Kind eigentlich (auch wenn man das vielleicht nicht laut ausspricht)?“
Verurteilt mich nicht, aber darüber werde ich buchführen und euch auf dem Laufenden halten – solche Sachen muss ich genau wissen!

Ein Kind ist ein riesiges Experiment für alle Beteiligten – darüber sind wir uns wohl alle einig. Und eigentlich sehe ich alles im Leben als ein Experiment an, aber bei der finanziellen Zukunft des Kindes fange ich an zu zweifeln. Möchte ich da auch experimentieren?

Ich weiß, dass ich meinem Kind nicht im Weg stehen dog-734689_640möchte, wenn es später heißt: „Ich möchte in den USA studieren!“, „Ich möchte ein Unternehmen gründen!“ oder die Mutter fragt: „Was hältst du von einer Privatschule“. Also wie fange ich schon jetzt an, um mir später Studiengebühren von 40.000 USD bis 100.000 USD leisten zu können? Selbst sehr gute Verdiener haben diesen Betrag nicht einfach über. Ihr wisst schon: Umso mehr man verdient, umso höher sind die Ausgaben und unter dem Strich hat man am Monatsende genauso viel, wie vor der Gehaltserhöhung.

Jetzt ist es mir bei dem Sparplan wichtig, dass ich diesen verstehe und er so transparent und leicht  zu erklären ist, dass auch ein Kind diesen versteht und dieser nicht besonders zeitaufwendig ist. Wenn der Sparplan diese Kriterien erfüllt, kann man diesen später nutzen, um auch dem Kind die ersten Schritte im Umgang mit Geld, Sparen und Investieren nahe zu bringen.

Wie viel Geld sollte ich für das Kind weglegen?

Mein erster Gedanke war hier: man könnte doch eigentlich einen Teil des Kindergelds nutzen, um dieses zu sparen. Ab dem 01.01.2015 gibt es für das 1. Kind 188€ Kindergeld. Wenn ich hiervon 100€ spare, dann macht das im Jahr schon 1.200€ aus und nach 18 Jahren sind das dann schon 21600€ – das ist schon einmal ein sehr, sehr guter Anfang.

Beim etwas hin und her rechnen, vergleichen von verschiedenen Finanzprodukten und schauen des Filmes „Das Streben nach Glück“ (mit Will Smith) ist mir aufgefallen, dass ein Kind zum Geburtstag soviel Spielzeug bekommt und eigentlich nichts mehr so richtig wertschätzen kann.

Im Film gibt es eine Szene, in der das Kind einen Basketball zum Geburtstag bekommt und sich so sehr freut – sind wir mal ehrlich, sowas bekommt ein Kind hier doch zwischendurch und zum Geburtstag gibt es die RICHTIGEN Geschenke. (Wer Lust hat, kann in den Kommentaren mal ein paar Zahlen nennen, gerne auch anonym, und mal grob überschlagen, wie viel Geld für den Geburtstag des Kindes ausgegeben wird)

Versteht mich nicht falsch, ich werde mein Kind nicht mit einem Basketball abspeisen, aber könnte Geldbergman die Familie nicht bitte, die Summe, die sie für Geschenke geplant haben durch zwei zu teilen? So könnten sie von der Hälfte Geschenke kaufen und verpacken und die andere Hälfte geben sie dem Kind und sagen ihm: „Das ist für dein Sparschwein, Bankkonto oder auch Depot“ – je nachdem wie alt das Kind ist. Wenn es auch die Eltern des Kindes schaffen, diesen Rat zu befolgen und sie vielleicht noch etwas draufpacken, kommen so bestimmt 500€ bis 1.000€ zusammen. Das wären dann noch einmal 18.000€ für den Sparplan.

So könnte man 39.600€ zusammensparen, ohne sich ein Bein auszureißen. Jetzt muss man es nur noch schaffen, dass dieses Geld auch während dieser 18 Jahre arbeitet.

Welche Anlagestrategie bzw. Sparstrategie ist für den Nachwuchs die richtige?

Von einfachen Sparplänen bei der Hausbank und von aktiv gemanagten Fondsparplänen würde ich in diesem Fall abraten. Die Gründe hierfür sind zahlreich, meiner Meinung nach sind diese drei aber die wichtigsten:

  1. Ich möchte in etwas investieren, dass ich komplett verstehe und auch meinem Nachwuchs später erklären kann. Bei einem aktiv gemanagten Fond kann ich meinem Kind später nicht erklären, warum dieser jetzt gestiegen ist und welche Aktien die kaufen, verkaufen und beobachten.
  2. Einfache Sparpläne bei der Bank werfen einfach keine Rendite ab und durch die jährliche Inflation für das dazu, dass meine Kaufkraft sogar abnimmt.
  3. Der letzte und wichtigste Punkt ist, wenn andere mein Geld investieren, bekommen sie dafür eine Kommission und das Schlimme hierbei ist, dass diese im Vorfeld abgezogen wird. Das heißt, wenn ich eigentlich 100€ zum Investieren habe, dann werden nur 100€ minus der Kommission investiert.

So werde ich die Mission Sparplan fürs Kind angehen:

Als erstes unterscheide ich zwischen den monatlichen und den jährlichen Beträgen.

Eine kleine Randnotiz: Von jetzt an werde ich vom Investieren reden und nicht mehr vom Sparen, da ich Finanzprodukte kaufe und mein Geld nicht auf einem Sparkonto oder im Sparschwein liegen lasse. 

S&P500

Entwicklung des S&P500.

Mit dem monatlichen Betrag, einem Teil des Kindergelds, werde ich den Tipp von Warren Buffett folgen und ETFs kaufen. Warren Buffett ist einer der erfolgreichsten Investoren und hat seinen Hinterbleibenden empfohlen, 90% seines Vermögens in EFTs auf S&P500 zu investieren.

Wer jetzt gerade denkt: „Erik, bleib bei der deutschen Sprache und erkläre den ganzen Kram einfach und auf deutsch“, dem lege ich den entsprechenden Artikel ans Herz: LINK

Jetzt möchte ich aber nicht den kompletten Betrag in den S&P500 investieren und daher werde ich die zweite Hälfte in einen anderen Index investieren. Hier bin ich mir noch nicht sicher, welchen ich nehme, eventuell den DAX oder auch ein asiatischen Index.

Der Vorteil von ETFs ist, dass diese Indizes abbilden und dadurch die Investition sehr gut diversifiziert ist.

So, jetzt kommen wir zum spaßigen und kreativen Teil – dem Geburtstaggeld. Dieses möchte ich in Aktien investieren und zwar habe ich mir hier folgendes überlegt: ich werde jedes Jahr für 1000€ Aktien von einem Unternehmen kaufen.

In den ersten Jahren werde ich einfach Aktien von dem Unternehmen kaufen, mit dem ich durch das Kind den meisten Kontakt hatte und dem ich am meisten Geld zugespielt habe. Angenommen  der Kinderwagen ist von einem börsennotierten Unternehmen, dann gibt es von diesem Unternehmen die ersten Aktien und braucht der oder die Kleine eine komplette Nike Ausrüstung (Basketball, Jordans (wirklich coole, aber viel zu teure Basketballschuhe), Sporttasche, …), dann gibt es Nike Aktien. Die Dividenden werde ich im nächsten Jahr reinvestieren.

Das wirklich Schöne und Reizvolle an diesem Ansatz ist, dass man schon relativ früh die nächsten Käufe mit dem Kind absprechen kann und das Kind dadurch spielerisch etwas über Geld lernt.

Zusammenfassung: 

  • jeden Monat werde ich für 50€ ETFs auf den S&P500 und 50€ ETFs auf einen anderen Index kaufen
  • jedes Jahr kaufe ich Aktien im Wert von 1000€ des Unternehmens, dem ich im letzten Lebensjahr des Kindes am meisten Geld gegeben habe oder von dem das Kind aus irgendeinem Grund begeistert ist und dessen Produkte es gerne kaufen (wollte)!

Ist das nicht riskant?

Nein, nicht wirklich! Dadurch, dass jeden Monat und jedes Jahr der selbe Betrag investiert wird, kommt uns der Cost-Average-Effect zugute. Das bedeutet, in dem einen Jahr bekomme ich für den Betrag viel Anteile und in dem anderen Jahr bekomme ich nur ein paar Anteile, sodass ich auf lange Sicht einen sehr günstigen Durchschnittspreis zahle. Weiterhin ist zu beachten, dass sich unser Anlagehorizont über mindestens 18 Jahre erstreckt (ich bin mir noch nicht genau sicher, ab wann ich die Verantwortung für das Geld in die Hände meines Kindes lege, das wird sich wohl im Laufe der Zeit entscheiden) und wir in der Zeit bestimmt noch die eine oder andere große Krise haben werden. Und in Krisenzeit macht das Shoppen an den Finanzmärkten doch am meisten Spaß.

Lasst mich wissen, was ihr von meinem Plan haltet oder welche Vorschläge bzw. welches Vorgehen ihr verfolgt.

Erik

 

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